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Gemeinderats-Briefing #27: Zwei Namen und kein Kompromiss

·330 Wörter·2 min

Zwei Namen und kein Kompromiss – worum geht’s
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In Gemeinderats-Briefing #27 von Tsüri wird diskutiert, ob in Zürich zwei Strassen bzw. Brücken umbenannt werden sollen:

  • die Rudolf-Brun-Brücke soll zu Frau-Minne-Brücke werden,
  • die Brunngasse zu Moses-ben-Menachem-Gasse.

Die Initiative stammt von der AL mit dem Ziel, die mittelalterliche jüdische Geschichte der Stadt sichtbarer zu machen und insbesondere an die Verfolgung städtischer Juden im Jahr 1349 zu erinnern.

Während einige Fraktionen die Umbenennung befürworten bzw. zumindest begrüßen, sehen andere sie kritisch. Manche schlagen vor, statt Umbenennungen Kontextualisierung vor Ort oder per QR-Code einzuführen. Andere betonen, der Name Brun sei historisch tief verwurzelt – und dass man nicht einfach Namen entfernen könne, ohne zu unterscheiden oder zu beweisen, ob historische Personen aktiv antisemitische Taten begangen haben.


Was sagte Benedikt Gerth?
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Benedikt Gerth (Die Mitte) brachte folgende Gedanken ein:

  • Er stellte fest, dass die jüdische Community nicht hinter einer Umbenennung stehe. Das heißt: Der Kreis der Betroffenen wünscht offenbar nicht zwingend die Änderung der Namen, was aus seiner Sicht ein wichtiges Argument ist.
  • Er betonte damit, dass man nicht nur symbolisch handeln solle, sondern sensibel mit den Wünschen derjenigen umgehen müsse, die von der Geschichte betroffen sind. Gerths Haltung zeigt Verantwortungsbewusstsein gegenüber den konkreten Bedürfnissen und Meinungen der Gemeinschaft.

Bedeutung & Bewertung
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  • Gerths Beitrag reflektiert eine differenzierte Position: Er ist offen für Erinnerungskultur und Würdigung der jüdischen Geschichte, möchte aber keine Maßnahme, die gegen den Willen der Betroffenen ist.
  • Das unterstreicht, wie wichtig Beteiligung und Dialog sind – nicht allein das Streben nach Symbolen.
  • Sein Argument, dass Umbenennungen allein nicht alle Fragen lösen, ist ein Aufruf zu tieferer Auseinandersetzung: etwa durch Bildung, öffentliche Informationen oder kontextuale Ergänzungen im Stadtbild.

Fazit
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Die Debatte über Strassennamen in Zürich zeigt, wie komplex Erinnerungskultur sein kann. Benedikt Gerth vertritt die Ansicht: Man sollte Geschichte ehren – aber mit Respekt gegenüber denjenigen, die betroffen sind; und man sollte Symbole nicht überstürzen, sondern stets prüfen, wen sie einschließen oder ausschließen.

Zum Original-Briefing „Zwei Namen und kein Kompromiss“