Worum geht’s?#
Den Imbiss-Ständen «Riviera» und «Bistro & Grill am See» am Bellevue droht das Aus. Den Betreibern wurde per Ende September 2026 gekündigt – nach über 40 Jahren am selben Standort. Der Gemeinderat hat am 3. Juni 2026 ein Postulat zur Rettung an den Stadtrat überwiesen.
Die Betriebe stehen auf städtischem Grund in einer Freihaltezone. Der Stadtrat hält sie für nicht mehr bewilligungsfähig: Es fehlt ein Richtplaneintrag, es gibt keine Personalgarderoben, weitere Anforderungen seien nicht erfüllt. Die Initiative ging von der SVP aus – Attila Kipfer und Michele Romagnolo brachten den Vorstoss ein. Sie argumentierten mit der Tradition des in zweiter Generation geführten Imbisses und warnten vor dem Verlust von zehn Arbeitsplätzen.
Meine Position#
Mir ist die Wurst nicht Wurst. Dieser Fall ist exemplarisch dafür, dass nicht alle kleinen Betriebe mit den Auflagen mithalten können. Der Stadtrat kann in diesem Fall ein Auge zudrücken oder mit einer Textänderung eine Gnadenfrist gewähren. Es gibt schliesslich genügend Ausnahmen, die der Stadtrat bereits akzeptiert. Darum unterstütze ich den Vorstoss.
Es geht nicht darum, Vorschriften grundsätzlich infrage zu stellen. Es geht darum, bei kleinen Betrieben mit langer Tradition realistisch zu bleiben. Wenn Auflagen existieren, die de facto auf eine Schliessung hinauslaufen, muss der Stadtrat seinen Handlungsspielraum nutzen – und nicht stur an Paragrafen festhalten.
Wie wurde abgestimmt?#
Das Postulat wurde mit 46 Ja zu 20 Nein bei 48 Enthaltungen überwiesen. Die SP und die GLP enthielten sich – die SP verwies auf abgeschlossene Einigungen mit der Schlichtungsbehörde, die GLP plädierte für Realismus trotz Sympathie für das Anliegen.
Der Stadtrat muss nun liefern. Die Zeit drängt – Ende September läuft die Kündigung.